Stift Klosterneuburg - Stiftsgebäude Außenfassaden (Restaurierung 2010 - 2013)

Rechtzeitig vor den großen Feierlichkeiten anlässlich des 900 jährigen Bestehens haben wir unsere Arbeiten 2013 am Stift Klosterneuburg beendet.

Den Materialbestand der Fassaden des Hauptgebäudes kann man in drei verschiedene Gruppen unterteilen: Putz, Wienerwaldsandstein aus St. Andrä Wördern und Zogelsdorfer Kalksandstein.

Um für jede einzelne Maßnahme wie Freilegung, Reinigung der gesamten Steinteile, Biozidbehandlung, Ausarbeiten desolater Altergänzungen und Fugen, Sicherung loser bzw. hohlliegender Bereiche (Vernadelung, Verdübelung, Risssicherung), Ausbauen bzw. Entrosten der vorhandenen Klammern, Austausch durch Neuteile, partieller Festigung, Neuergänzungen mittels Natursteinvierung oder mit Steinergänzungsmörtel (je nach Bedarf), Neuverfugung, abschließende Schlämme und Farbfassung ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, wurden zu Beginn großflächige Muster angelegt, welche zur Erprobung unterschiedlicher Vorgehensweisen verschiedener Maßnahmen dienten. Die fachgerechte Reinigung der Putzflächen von ca. 7.000 m² erfolgte durch Niederdruck-Rotationswirbelverfahren mit diversen Strahlmitteln, jeweils auf das Gestein, den Putz und auf die Art und den Grad der Verschmutzung abgestimmt sowie manuelles Abbürsten und händisches Freilegen. Ca. 2.800 m² Natursteinflächen wurden von uns ebenfalls mittels Niederdruck-Rotationswirbelverfahren gereinigt und restauriert. 4,9 m³ Vierungen und 3,6 m³ ganze Werkstücke (Originalmaterial: Wienerwaldsandstein vom stiftseigenen Bruch St. Andrä Wördern; bildhauerische Teile: Zogelsdorfer Kalksandstein; Ersatzmaterial: Greifensteiner Wienerwaldsandstein und Vicenza Kalksandstein) sind im Zuge der Arbeiten gefertigt worden.

Sämtliche Verschmutzungen und lose Farbrückstände wurden entfernt, um für den abschließenden Neuanstrich eine gute Haftung zu gewährleisten. Desolate Altergänzungen (Mörtelüberzüge, Inkrustierungen, schadhafte Vierungen) sowie Fugen wurden unter maximaler Schonung der umgebenden Natursteinsubstanz ausgearbeitet. Lose Teile wurden mit Hilfe von Nirostaklammern gesichert und Risse, wo notwendig, mit Nirosta-Gewindestangen und Glasfaserstäben vernadelt. Nach dem Ausarbeiten bzw. der Abnahme der Altergänzungen erfolgte eine Festigung mit KSE 100. Je nach Größe und Ausmaß erfolgte die Neuergänzung in Steinersatzmörtel oder als Vierungen in Naturstein. Eine besondere Herausforderung war die Rekonstruktion einer Dachgaube mit einem Gesamtgewicht von ca. 2,5 Tonnen, die vollständig fehlte und nach Absprache mit dem Bundesdenkmalamt als Rekonstruktion in Vicenza Kalksandstein wiederhergestellt wurde.