Hofburg - Leopoldinischer Trakt 2013

Die Wiener Hofburg ist ein im Lauf mehrerer Jahrhunderte entstandenes, gewissermaßen natürlich gewachsenes Denkmal altösterreichischer Geschichte. Von Ferdinand I. (1521-1564) bis zu Franz Joseph I. (1848-1916) hat fast jeder Herrscher der ursprünglich kleinen Anlage einen Flügel, einen Trakt oder eine reich geschmückte Front hinzugefügt

Das Verbindungsgebäude zwischen der Amalienburg und dem Schweizertrakt ist der "Leopoldinische Trakt", welcher unter Kaiser Leopold I. (reg. 1658-1705), Großvater Maria Theresia's, in den 1660er Jahren erbaut wurde. Architekt war Filiberto Lucchese, für die Ausführung waren die italienischen Baumeister Carl Martin Carlone und Domenico Carlone verantwortlich. Kaisersteinbruch lieferte den Stein und die Steinmetzarbeiten führten die Meister Ambrosius Ferrethi und Camillo Rezi durch.

Maria Theresia bewohnte mit ihrer Familie, wenn sie sich nicht in Schönbrunn aufhielt, den Leopoldinischen Trakt.

Als am 20. Dezember 1945 Dr. Karl Renner zum ersten Bundespräsidenten des neu erstandenen Österreich gewählt wurde, verlegte man seine Amtsräume und die gesamte Präsidentschaftskanzlei in die Hofburg, seit 1946 beherbergt der Leopoldinische Trakt die Österreichische Präsidentschaftskanzlei.

Im Zuge unserer Arbeiten an der Fassade wurden lose Teile gesichert und unsachgemäße Überarbeitungen wie Zementplomben und -überzüge entfernt. Ebenso wurden schadhafte und unsachgemäße Vierungen, Kittungsergänzungen und Ausfugungen ausgelöst.

Poröse Fassadenteile wurden mit Kieselsäureester gefestigt. Alle zu bearbeitenden Flächen wurden bauseits gereinigt.

Vierungen und ganze Werkstücke wurden ab einem Schadensausmaß von ca. 10x10 cm Ansicht bei exponierten Bauteilen angefertigt. Wenn erforderlich, wurden sie zusätzlich mit Nirostazapfen und -klammern gesichert.

Als Ergänzungsmaterial wurde Mannersdorfer Kalkstein und ST. Margarethener Kalkstein verwendet. Bei der Steinkittung wurde versucht, grundsätzlich Körnung, Farbe, Dichte, Härte und Oberflächenstruktur dem Originalstein anzugleichen.

Der Balkon wurde statisch saniert und verklammert, verdübelt und verzapft.

Schadhaft lockerer Einzelteile wurden abgebrochen, um die Fehlstellen mit genau in Härte und Oberfläche angepasstem Inkrustiermörtel auszugleichen. Nach dem Erhärten wurde die Oberfläche dem Bestand angepasst.

Sämtliche offene, lockerer und unsaubere Fugen wurden bis in ausreichende Tiefe entfernt und neu verschlossen. Die Verfugung der waagrechten Fassadenteile und Anschlussfugen Stein-Blech wurden abgedichtet.

Alle treibenden Armierungen und Verklammerungen wurden durch Nirosta ersetzt.